Blogbeitrag 3: Schreibtypen

Welcher Schreibtyp bin ich?

Auf was muss ich beim Aufbau meiner Arbeit achten? Wie kann ich Texte effizient lesen? Wie schreibe ich Texte, die einem roten Faden folgen? Wie bleibe ich im Schreibfluss? Worauf muss ich bei einem lesefreundlichen Text achten?

Auf diese und viele weitere Fragen werden beim Schreibcoaching Antworten gefunden. Eine wichtige Grundlage für das Schreibcoaching ist das Ermitteln des Schreibtyps – denn davon hängt unter anderem ab, welche Techniken und Strategien man beim Schreibcoaching anwendet. Man kann zwischen zwei Schreibtypen unterscheiden:

Schreibtyp 1: Strukturschaffende

Dieser Schreibtyp produziert in relativ kurzer Zeit viel Text – die Struktur ergibt sich erst während des Schreibprozesses. Er neigt dazu, viel Text zu produzieren, um die gelesenen Informationen zu verarbeiten. Es besteht die Herausforderung, sich durch die langsam entwickelnde Struktur nicht im Material und dem bereits produzierten Text zu verlieren. Es gilt also, stets den Überblick über die bereits geschriebenen Textteile zu behalten.
Strukturschaffende verfassen die Einleitung oft nach der Fertigstellung des Haupttextes.

Tipps für diesen Schreibtyp

  • Gegen das Verzetteln beim Arbeiten: Nur jeweils einen inhaltlichen Schwerpunkt definieren, den man in einem festgelegten Zeitraum bearbeiten möchte. Das Paragraph-Writing kann dabei unterstützend sein.
  • Gegen ausschweifende Darstellungen im Text: Bevor man schreibt, legt man die Ressourcen fest, die man für die Darstellung eines Sachverhaltes einsetzen möchte.
  • Zeitplanung erstellen und immer wieder überprüfen, ob sie eingehalten wird.

Schreibtyp 2: Strukturfolgend

Dieser Schreibtyp richtet sein Schreibhandeln darauf aus, so früh wie möglich eine Textstruktur anzulegen und dieser zu folgen. Er übernimmt z. B. Textstrukturen aus den gelesenen Texten oder entwickelt eigene Strukturen durch Mindmaps. Durch die früh etablierten Strukturen wirkt das Handeln organisiert und effizient.
Strukturfolgende können die Einleitung und den Schluss vor dem Haupttext schreiben.

Tipps für diesen Schreibtyp

  • Gegen den «Tunnelblick»: Man sammelt Ideen in jeder Arbeitsphase als Stichworte – z. B. in einem Arbeitsjournal oder mittels Mindmap.
  • Gegen die Angst vor dem Losschreiben: Bevor man sich an den eigentlichen Entwurf setzt, schreibt man ohne Unterlagen drauflos und notiert alles, was einem spontan einfällt (Freewriting).
  • Gegen Perfektionismus bei der Rohfassung: Man schaltet die Rechtschreibehilfe im Schreibprogramm aus.
  • Das Ermitteln des Schreibtyps ist ein wichtiger Ausgangspunkt für ein Schreibcoaching. Es geht darum, gemeinsam mit dem Ratsuchenden Strategien und Techniken zu finden, die zu ihrem individuell festgestellten Schreibtypen passen. So kann man das Schreibprojekt gemeinsam effizient und gezielt vorantreiben.

Wir reden zu wenig über das Schreiben

Wenn dieser Beitrag Ihr Interesse für das Thema Schreibcoaching geweckt hat, freut mich das sehr. Wir schreiben zu oft selbstverständlich vor uns hin, ohne uns bewusst zu überlegen, was wir genau machen, weshalb wir das so machen und wie wir es vielleicht ein bisschen besser machen könnten. Darüber zu sprechen hilft dabei!

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Webseite Schreibcoaching.

Quelle: Team des Freiburger Schreibzentrums (o. J.). Den eigenen Schreibtyp ermitteln. Freiburg i. B.: PH Freiburg.

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